Jahresreport Mai 2025 – Mai 2026 Katzengesellschaft mbH
Unser erstes Geschäftsjahr
Als wir die Katzengesellschaft im Februar 2025 gründeten und im Mai desselben Jahres mit der operativen Tätigkeit in München und Berlin starteten, wussten wir nicht, wie groß der Bedarf an professioneller Katzenbetreuung tatsächlich ist.
Schon in den ersten Monaten zeigte sich, dass viele Katzenhalter nach einer zuverlässigen Alternative zu Nachbarn, Freunden oder Vermittlungsplattformen suchen. Die Nachfrage entwickelte sich so positiv, dass wir bereits im Juli nach Frankfurt expandierten, Ende September Köln hinzunahmen, Ende Oktober Hamburg und seit März 2026 auch in Stuttgart vertreten sind. Seit Beginn des Jahres 2026 betreuen wir darüber hinaus zunehmend Kunden im Umland unserer Standorte.
Mit dem Wachstum der Nachfrage wuchs auch unser Team. Aus den ersten Katzenbetreuern in München und Berlin ist innerhalb eines Jahres ein Unternehmen mit inzwischen mehr als 110 Mitarbeitern geworden.
Besonders freuen wir uns darüber, dass unsere Arbeit von den Kunden so positiv aufgenommen wird. Mehr als 60 Fünf-Sterne-Bewertungen bei Google spiegeln wider, was für uns im Mittelpunkt steht: zuverlässige Betreuung, persönliche Beziehungen zu unseren Kunden und vor allem das Wohl der Katzen, die uns anvertraut werden.
Dieser Bericht gibt einen Einblick in unser erstes Jahr – in unsere Kunden, unsere Katzenbetreuer, die Katzen, die wir begleiten durften, und die Erfahrungen, die wir beim Aufbau der Katzengesellschaft gesammelt haben.
Unsere Kunden
Unsere Kunden sind vor allem Menschen, die das Sicherheitskonzept und die Professionalität der Katzengesellschaft schätzen. Wir hören häufig, dass Kunden entweder bereits schlechte Erfahrungen insbesondere mit Vermittlungsplattformen gemacht haben oder nicht ständig Nachbarn, Freunde oder Familienmitglieder um Hilfe bitten möchten.
Ein wichtiger Buchungsgrund ist dabei das Bedürfnis nach Sicherheit. Viele Kunden möchten nicht einfach irgendjemanden in ihre Wohnung lassen und wünschen sich gleichzeitig die Gewissheit, dass ihre Katzen zuverlässig versorgt werden. Dies gilt insbesondere bei sehr jungen oder sehr alten Tieren, aber auch bei Katzen, die regelmäßig Medikamente benötigen oder an chronischen Erkrankungen leiden. Inzwischen betreuen wir zahlreiche Katzen mit Diabetes, Pankreatitis sowie Herz- und Kreislauferkrankungen.
Manche Kunden begegnen uns zunächst mit einer gesunden Portion Misstrauen. Nicht ohne Grund. Wir haben von Katzenhaltern gehört, in deren Wohnung vom Sitter während ihrer Abwesenheit ohne Zustimmung Partys gefeiert wurden. Andere berichteten von Katzen, die während einer Betreuung ohne ausreichende Versorgung in einem Badezimmer eingesperrt wurden. Solche Erlebnisse prägen verständlicherweise und führen dazu, dass neue Betreuer zunächst kritisch betrachtet werden.
Umso wichtiger ist vielen Kunden, dass wir mit angestellten Mitarbeitern arbeiten und die Betreuung nicht einfach an unbekannte Personen vermittelt wird. Sie schätzen, dass wir über Zeiterfassung, Fotos und Videos mit unseren Mitarbeitern in Kontakt stehen und jederzeit nachvollziehen können, wie es ihren Katzen geht.
Ebenfalls positiv hervorgehoben wird immer wieder die Schnelligkeit, mit der wir Anfragen bearbeiten. Viele Kunden kontaktieren uns, nachdem sie bereits ihren Urlaub gebucht haben oder kurzfristig eine Geschäftsreise planen müssen. Sie möchten deshalb möglichst schnell wissen, ob ihre Katze während ihrer Abwesenheit zuverlässig betreut werden kann.
Deshalb versuchen wir nicht nur schnell zu antworten, sondern möglichst schnell verbindlich zu klären, ob wir die Betreuung tatsächlich übernehmen können. In vielen Fällen gelingt uns dies bereits innerhalb weniger Minuten. Nicht selten erhalten Interessenten schon nach 10 bis 20 Minuten eine verbindliche Zusage. Üblicherweise können wir innerhalb der ersten Stunde mitteilen, ob eine Betreuung möglich ist. Selbst in Ausnahmefällen vergehen selten mehr als vier Stunden.
Viele Kunden berichten uns, wie erleichtert sie sind, nach kurzer Zeit Gewissheit zu haben und ihre Reisepläne nicht über Tage oder Wochen von einer offenen Betreuungsanfrage abhängig machen zu müssen.
Besonders freuen wir uns darüber, dass viele Kunden nicht nur einmal bei uns buchen. Bereits 40 % aller Kunden haben die Katzengesellschaft mehr als zweimal beauftragt, einige sogar schon bis zu zehnmal. Für uns ist dies der schönste Beweis dafür, dass aus einer ersten Betreuung häufig eine langfristige Vertrauensbeziehung entsteht.
Unsere Katzenbetreuer
Unsere Mitarbeiteranzahl wächst kontinuierlich mit der Nachfrage in den einzelnen Städten. So haben wir Stand Ende Mai 33 Mitarbeiter in München, 22 in Berlin, 23 in Hamburg, 13 in Köln, 12 in Stuttgart und 7 in Frankfurt. Weiteres Wachstum ist geplant und Einstellungen werden kontinuierlich vorgenommen.
Viele unserer Kunden erwarten, dass vor allem Studenten und Rentner bei uns beschäftigt sind. Dies ist jedoch nicht der Fall. Die Mehrzahl unserer Mitarbeiter sind berufstätig und alle betreuen Katzen aus Leidenschaft.
Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Berufen und Lebenssituationen. Bei uns finden sich unter anderem Angestellte aus der IT, dem Gesundheitswesen, dem öffentlichen Dienst, dem Bildungsbereich, aus kaufmännischen Berufen sowie Selbstständige und natürlich auch Rentner und Studenten. Diese Vielfalt an Erfahrungen bereichert nicht nur unser Team, sondern auch die Betreuung unserer Kunden und Katzen.
Viele unserer Mitarbeiter verfügen über ein breites Wissen rund um Katzen, sei es durch langjährige Erfahrung als Katzenhalter und Katzenbetreuer oder durch berufliche Tätigkeiten, beispielsweise in Tierheimen, medizinischen Berufen oder als ehrenamtliche Helfer in Pflegestellen.
Alle eint die Leidenschaft für Katzen. Viele verbindet darüber hinaus die Erfahrung, selbst lange Katzen gehalten zu haben, deren Tiere inzwischen verstorben sind oder deren aktuelle Lebenssituation keine eigene Katze zulässt. Für viele ist die Tätigkeit deshalb mehr als ein Nebenjob. Sie ermöglicht ihnen den Kontakt zu Tieren, die ihnen im Alltag fehlen.
Ebenfalls schätzen unsere Mitarbeiter, dass sie in Notsituationen Hilfe bekommen und nicht allein dastehen. Unterstützung kommt dabei nicht nur von uns in der zentralen Organisation, sondern auch durch Teammitglieder, die jederzeit ansprechbar sind.
Auch die Teamarbeit wird geschätzt, die es ermöglicht, dass Kunden durch mehr als einen Sitter betreut werden. So können jederzeit Aufträge angenommen werden, auch wenn einzelne Sitter vielleicht nicht den ganzen Zeitraum abdecken können.
Die Herzlichkeit und Zuverlässigkeit unserer Mitarbeiter tragen maßgeblich dazu bei, dass unsere Kunden uns vertrauen und zu Stammkunden werden. Die Kommunikation beim Erstgespräch, dem Kennenlerntermin, ist mit entscheidend dabei. Unsere Mitarbeiter erfragen nicht nur die Bedürfnisse der Katzen genau, sondern das ganze drumherum. Haben noch andere Personen Zutritt zur Wohnung, wie z.B. zum Pflanzengießen, wo kann der Müll entsorgt werden, wo ist ein Sicherungskasten, falls es einen Kurzschluss gibt und vieles mehr.
Vor allem aber in der Betreuung zeigt sich, wie großartig unsere Mitarbeiter sind. Schüchterne Katzen tauen auf, andere weichen nicht von der Seite der Betreuer und bedenken sie mit Blicken, die die Halter neidisch werden lassen können. Gerade auch wenn eine Medikamentengabe notwendig ist, ist Zuverlässigkeit und Empathie für die Tiere ein Muss.
Unsere Mitarbeiter schicken uns auch immer wieder die Fotos und Videos, die sie unseren Kunden senden, und erzählen von ihren Erlebnissen mit den betreuten Katzen. Dadurch fiebern wir oft mit, obwohl wir gar nicht vor Ort sind. Wir freuen uns, wenn eine besonders scheue Katze endlich Vertrauen fasst, wenn eine schwierige Medikamentengabe klappt oder wenn unsere Sitter selbst bei Eis und Schnee ihre Aufträge zuverlässig durchführen. Viele Katzen und ihre Geschichten begleiten deshalb nicht nur die zuständigen Betreuer, sondern auch uns in der zentralen Organisation.
Unsere Kunden merken schnell, dass unsere Mitarbeiter Katzen nicht einfach versorgen. Viele bauen in kurzer Zeit eine echte Beziehung zu den Tieren auf und freuen sich genauso über Fortschritte, kleine Erfolge und Wiedersehen wie die Halter selbst.
Insgesamt kommen unsere Mitarbeiter aus 23 (prüfen) Ländern und bringen ihre Erfahrungen in der Katzenhaltung und-pflege ein. Interessanterweise berichten einige unserer Sitterinnen immer wieder von ähnlichen Erfahrungen. Vor allem russischsprachige Betreuerinnen erzählen, dass selbst sehr scheue Katzen oft erstaunlich schnell Vertrauen fassen. Ob dies tatsächlich an der Sprachmelodie liegt oder Zufall ist, wissen wir nicht. Beobachtet haben wir es jedoch inzwischen oft genug, dass es uns aufgefallen ist.
Unsere Katzen
Die Katzen, die wir betreuen, sind so unterschiedlich wie ihre Halter. Dennoch zeigen sich im Laufe des ersten Jahres einige interessante Gemeinsamkeiten.
In mehr als der Hälfte der von uns betreuten Haushalte leben mehrere Katzen. Zwei Katzen sind dabei die häufigste Konstellation, aber auch Haushalte mit drei, vier oder mehr Tieren sind keine Seltenheit. Unsere größten Mehrkatzenhaushalte umfassen sechs beziehungsweise sieben Katzen.
Besonders auffällig ist der hohe Anteil älterer Tiere. Rund 40 % der Katzen, für die uns Altersangaben vorliegen, sind bereits älter als zehn Jahre. Etwa 15 % haben sogar ein Alter von mehr als 15 Jahren erreicht. Die Betreuung von Seniorenkatzen gehört deshalb zu unserem Alltag und stellt einen wichtigen Schwerpunkt unserer Arbeit dar.
Auch medizinische Themen spielen eine größere Rolle, als wir zu Beginn erwartet hatten. Bei nahezu einem Drittel der von uns betreuten Katzen sind Erkrankungen oder regelmäßige Medikamente dokumentiert. Besonders häufig begegnen uns Diabetes, Asthma, Arthrose, Epilepsie, Herz- und Kreislauferkrankungen sowie Nieren- und Schilddrüsenerkrankungen.
Bei den Rassen dominieren erwartungsgemäß Europäisch Kurzhaarkatzen in allen Farben und Ausprägungen. Zu den am häufigsten vertretenen Rassekatzen zählen Britisch Kurzhaar, Maine Coon und Birma. Letztlich spielt die Rasse jedoch selten eine Rolle für die Beziehung zwischen Mensch und Tier. Vom jungen Wirbelwind bis zur hochbetagten Seniorin hängen unsere Katzenbetreuer an allen ihren Schützlingen gleichermaßen.
Leider erfahren wir im Laufe des Jahres auch ab und zu, dass einige unserer Kundenkatzen von uns gegangen sind. Das macht uns jedes Mal traurig. Gleichzeitig freuen wir uns über jedes Wiedersehen mit den Tieren, die wir über viele Monate und auch in den kommenden Jahren begleiten dürfen.
Besondere Tiere und Erlebnisse
Einige unserer Kunden und Kundenkatzen haben besondere Geschichten, an die wir uns immer wieder gerne erinnern oder die uns in Erinnerung bleiben, weil sie uns berühren.
Oskar und Mäuschen
Beide waren unsere allerersten Kunden und haben uns überrascht, weil schon im April für September gebucht wurde. Damit hatten wir am Anfang nicht gerechnet. Tatsächlich durften wir Oskar nie kennenlernen, weil er vor unserer Betreuung verstarb. Dennoch ist uns gerade deshalb sehr in Erinnerung geblieben.
Misa
Unser erster englischsprachiger Kunde – der Grund warum wir in der Systementwicklung spontan früher als geplant zweisprachig wurden. Misa ist zudem eine besondere Katze – unvergessen, als wir einmal eine andere Sitterin einsetzen mussten, weil die Stammsitterin Natalia nicht konnte: Misa versperrte der neuen Sitterin, die er einfach nicht mochte, böse knurrend den Weg zum Ausgang. Zu seiner Natalia ist er zuckersüß.
Mimi und Murmel
Ein wirklich niedliches Katzenpärchen. Mimi hat Asthma und muss Tabletten nehmen. Ihre Halterin war sehr besorgt, ob denn auch wirklich alles klappt. Unsere Sitterin Katharina hat sich fürsorglich gekümmert und am Schluss von der Halterin einen Schlüsselanhänger mit ihrem Namen auf der einen Seite und Mimi und Murmel auf der anderen Seite erhalten. Es sind manchmal die kleinen Dinge, die uns ans Herz gehen.
Romeo
Ein Freigänger mit Uhr im Bauch – pünktlich um 8:00 Uhr morgens kommt er nach Hause und möchte gefüttert und beschmust werden. Leider konnte Sitterin Sara nicht morgens um 8:00 Uhr, sondern musste aus beruflichen Gründen schon morgens um 6:00 Uhr kommen. Ihr zuliebe hat Romeo seine Routine umgestellt und erwartete sie jeden Morgen um 6:00 Uhr. Romeo liebt alle Sitterinnen. Inzwischen waren auch Sandra, Megan und Gabriela bei ihm und er überschüttet alle mit Liebe.
Wilma und Nala
Unsere ersten Kunden aus dem Frankfurter Raum. Wir hatten das Gefühl, dass die Halter zunächst sehr misstrauisch waren, ob das alles so klappt. Sitter Patrick hat sich aber so gut um die beiden gekümmert, dass auch Wilma und Nala schon mehrfach bei uns in der Betreuung waren und die Halter im Namen von Wilma und Nala Patrick sogar Fanpost geschickt haben.
Acapulco
Ein junger Abessinier-Kater, dessen Halterin für mehrere Wochen ins Krankenhaus musste und anschließend zur Reha. Wir betreuten ihn insgesamt über einen Zeitraum von fünf Wochen. Wir setzten erstmals ein Sitter-Duo ein: Andres und Brynia teilten sich die Betreuung und begleiteten ihn durch die Zeit. Wir beobachteten, wie Acapulco zunächst sehr aktiv war und vor allem spielen wollte. Je länger die Abwesenheit dauerte, desto mehr suchte er jedoch die Nähe seiner Betreuer. Aus Spielstunden wurden Kuschelstunden. Acapulco vermisste seine Halterin und wir freuten uns mit Beiden, als sie schließlich wieder vereint waren. Acapulco ist auch einer der Gründe, warum wir das Konzept der Sitter-Duos weiterentwickelten. Die Betreuung über mehrere Wochen zeigte uns, wie wertvoll es sein kann, wenn sich zwei vertraute Personen gemeinsam um eine Katze kümmern.
Paula
Paula hat Diabetes und sie hasst die Spritzen. Der Halter bat uns, seiner Mutter beim Spritzen geben zu helfen und wir schickten eine Sitterin hin – leider vergeblich. Paula wehrte sich so sehr, dass wir den Versuch, ihr die Spritze zu geben, tatsächlich abbrechen mussten. Wir schickten daraufhin Sitterin Sandra hin, die etwas mehr Erfahrung mit schwierigen Katzen hat aufgrund ihrer Arbeit in einem Tierheim. Auch bei ihr war Paula nicht einfach, aber nach einer Stunde hatte sie es geschafft. Wir waren glücklich und uns schmerzte auch nicht, dass wir dafür die Kosten übernahmen. Bei der nächsten Abwesenheit des Halters schickten wir Sitterin Megan – und da glaubten wir an ein Wunder: Megan schaffte es, innerhalb von 10 Minuten Paula die Spritze zu geben. Manchmal gibt es eben Verbindungen zwischen Katzen und Sittern, die man nicht erklären kann.
Nala und Escada
Zwei Russisch-Blau-Geschwister, die unzertrennlich und ausgesprochen lieb sind. Sie sehen sich so ähnlich, dass selbst erfahrene Katzenbetreuer zunächst zweimal hinschauen müssen. Nala ist leider an Diabetes erkrankt und benötigt zweimal täglich Insulin. Für unsere Sitterin Megan war das keine einfache Aufgabe bei der Ähnlichkeit der Beiden. Gerade zu Beginn halfen ihr dabei die Fotos und Informationen in unserer Datenbank. Megan konnte die kleinen Unterschiede zwischen Nala und Escada so lange studieren, bis sie beide auch ohne Hilfsmittel zuverlässig auseinanderhalten konnte. Wir waren sehr froh über unsere gute Dokumentation, die in diesem Fall wirklich wichtig war.
Luschi und Avatar
Avatar wurde als Katzenbaby an einer Schnellstraße gefunden und von seiner heutigen Familie aufgenommen. Luschi, die aber schon länger bei der Familie lebt, konnte Avatar vom ersten Moment an nicht leiden. Leider hat sich das bis heute nicht geändert. Damit beide Katzen entspannt leben können, hat die Familie einen Schichtplan entwickelt. Luschi und Avatar wechseln sich in verschiedenen Bereichen des Hauses ab und erhalten jeweils ihre eigenen Zeiten und Rückzugsorte. Für unsere Sitterinnen Katharina, später Tatiana und Enja als Sitter-Duo, die abwechselnd Luschi und Avatar betreuten, bedeutet dies eine besonderer Verantwortung. Sie müssen darauf achten, dass beide Katzen ausreichend Aufmerksamkeit erhalten und auch den Zeitplan einhalten, damit das Gleichgeweicht zwischen Luschi und Avatar bestehen bleibt. Manchmal bedeutet Verantwortung übernehmen auch, Bedingungen zu schaffen und zu erhalten, so dass jeder auf seine Weise glücklich sein kann.
Leines und Chester
Ein Brüderpaar, bei dem Chester ein besonderes Talent hat, sich unsichtbar zu machen. Während einer Betreuung gelang ihm das so gut, dass Sitterin Elli ihn trotz intensiver Suche nicht finden konnte. Da während der Betreuung in Absprache mit den Haltern auch die Terrassentür geöffnet war, ließ sie der Gedanke nicht los, Chester könne unbemerkt nach draußen gelangt sein. Obwohl ihr Einsatz längst beendet war, blieb sie unruhig. Schließlich entschied sie sich, noch einmal zurückzufahren, um nach ihm zu suchen. Als sie die Wohnung betrat, fand sie Chester schließlich dort, wo wir ihn am wenigsten erwartet hatten: völlig entspannt und zufrieden auf dem Sofa. Uns allen fielen viele Steine vom Herzen.
Twiddel
Von Sitterin Ulli liebevoll „Lady Twiddel“ genannt. Die kleine Katzendame war bereits 20 Jahre alt und schwer krank. Ihre Familie ließ sie nie alleine. Aber dann stand eine Hochzeitsfeier innerhalb der Familie an und für diesen Tag wurde Ulli gebucht. Statt eines üblichen Besuchs verbrachte sie sieben Stunden mit Twiddel, kümmerte sich um sie und leistete ihr Gesellschaft. Wenige Wochen später verstarb Twiddel. Sie bleibt uns in Erinnerung, weil dieses kleine Kätzchen nach einem schweren Start – sie wurde als verwahrloste Fundkatze aufgenommen – so viel Liebe erfahren durfte und wir für ein paar Stunden ein kleiner Teil davon sein durften.
Wursti, Siwa und Leo
Wursti ist inzwischen 20 Jahre alt und lebt mit ihren deutlich jüngeren Freunden Siwa und Leo zusammen. Als ihre Familie sie vor vielen Jahren aus einem Tierheim aufnahm, war sie in einem jämmerlichen Zustand. Ihr Halter sagte damals spontan: „Ach, das arme Würstchen!“. Der Name Wursti ist geblieben. Bei jeder Betreuung bittet uns ihre Familie, ganz besonders auf Wursti zu achten. Das übernimmt unsere Sitterin Nicole mit großer Hingabe. Die regelmäßigen Bürsteinheiten liebt Wursti – eine bessere Wellnessbehandlung kann sie sich nicht vorstellen. Besonders rührend finden wir auch die Beziehung zu ihrem Freund Leo. Während sich Nicole um Futter und Katzentoilette kümmert, verbringt Leo seine Zeit mit ihr. Trotz ihres Alters ist Wursti erstaunlich fit und rennt sogar durch die Wohnung. Während der letzten Betreuung hat sie tatsächlich an Gewicht zugelegt, was bei dem Alter keine Selbstverständlichkeit ist.
Unsere Sitter-Duos
Im Laufe des ersten Jahres haben wir festgestellt, dass Katzenbetreuung oft noch besser funktioniert, wenn mehrere Menschen Verantwortung übernehmen. Ursprünglich entstand diese Idee aus der Notwendigkeit heraus, längere Betreuungszeiträume zuverlässig abzudecken. Nicht jeder Katzenbetreuer kann jeden Zeitraum vollständig übernehmen. Deshalb begannen wir, unseren Kunden vorzuschlagen, bereits beim Kennenlernen zwei Sitter vorzustellen, die sich später bei Bedarf abwechseln können.
Inzwischen ist daraus weit mehr geworden als eine Notlösung. Viele Kunden erkennen die Vorteile eines Sitter-Duos und wünschen sich diese Form der Betreuung sogar ausdrücklich. Die Katzen lernen von Anfang an zwei Personen kennen, denen sie vertrauen können. Dadurch können Urlaubszeiträume flexibler abgedeckt werden und auch kurzfristige Änderungen lassen sich leichter organisieren. Gleichzeitig entsteht für unsere Kunden die Sicherheit, dass bei Krankheit oder anderen unvorhergesehenen Ereignissen bereits eine zweite vertraute Betreuungsperson vorhanden ist.
Wie wertvoll dieses Konzept sein kann, zeigte sich bereits in Berlin. Dort wurde eine unserer Sitterinnen unmittelbar vor Beginn eines Betreuungszeitraums bei einem Verkehrsunfall verletzt und musste ins Krankenhaus. Für die betroffenen Katzenhalter hätte dies normalerweise ein erhebliches Problem bedeutet. Da jedoch bereits eine zweite Sitterin eingebunden war, konnte die Betreuung ohne Unterbrechung übernommen werden.
Manche Betreuungen gehen sogar noch einen Schritt weiter. So kümmert sich heute ein Team aus vier Sitterinnen gemeinsam um die 17-jährige Katzendame Luna. Ihre 90-jährige Halterin benötigt dauerhaft Unterstützung bei der Versorgung ihrer Katze. Ein solcher Auftrag wäre für eine einzelne Person kaum dauerhaft zu leisten. Durch die enge Zusammenarbeit des Teams gelingt es jedoch, Luna täglich zuverlässig zu betreuen, ihren Gesundheitszustand im Blick zu behalten, Tierarztbesuche zu organisieren und die medizinische Versorgung sicherzustellen.
Auch unsere Katzenbetreuer schätzen die Zusammenarbeit. Sie können sich austauschen, gegenseitig unterstützen und wissen, dass sie bei schwierigen Situationen nicht allein dastehen. Für uns ist deshalb eines der wichtigsten Ergebnisse des ersten Jahres die Erkenntnis, dass professionelle Katzenbetreuung nicht immer eine Einzelleistung sein muss. Oft entsteht die größte Sicherheit für Katzen, Halter und Betreuer gerade dann, wenn mehrere Menschen gemeinsam Verantwortung übernehmen.
Katzenverstand – Unser Blog
Katzenverstand ist ein Herzensprojekt von mir und war bereits lange vor der Gründung der Katzengesellschaft Teil meiner Planung.
Ich habe schon immer gerne wissenschaftlich gearbeitet und mich für die Hintergründe von Dingen interessiert. Mich hat selten nur die Antwort interessiert, sondern vor allem die Frage, warum etwas so ist. Gleichzeitig hat es mir schon immer Freude gemacht, komplexe Themen zu strukturieren und verständlich aufzubereiten.
Mit der Katzengesellschaft entstand die Möglichkeit, diese Leidenschaft mit unserem Alltag rund um die Katze zu verbinden.
Die Themen für den Blog entstehen dabei selten am Schreibtisch. Meistens beginnen sie mit einer Beobachtung, einer Frage oder einer Geschichte. Manchmal ist es ein Gespräch mit einem Kunden. Manchmal eine Katze, die wir betreuen. Manchmal auch eine meiner eigenen Katzen.
Als es im Sommer plötzlich sehr heiß wurde, stellte sich die Frage, welche Auswirkungen Hitze eigentlich auf Katzen hat und wo ihre Grenzen liegen. Als unser Kater Mori wieder einmal große Angst vor einem Gewitter hatte, wollte ich verstehen, was Katzen bei Gewittern überhaupt wahrnehmen und warum manche Tiere so stark reagieren. Als ein Kunde berichtete, dass die Diabetes seiner Katze möglicherweise anders als mit Insulin behandelt werden sollte, begann ich zu recherchieren, welche neuen Ansätze die Forschung hierzu kennt und was tatsächlich dahintersteckt.
Aus solchen Fragen entstehen die meisten Beiträge.
Je tiefer ich mich mit einem Thema beschäftige, desto häufiger stelle ich fest, dass viele Informationen entweder vereinfacht dargestellt werden oder dass sich wissenschaftliche Erkenntnisse inzwischen weiterentwickelt haben. Deshalb recherchiere ich Hintergründe, lese Studien, vergleiche unterschiedliche Quellen und versuche daraus einen Artikel zu machen, der sowohl fundiert als auch verständlich ist.
Dabei nutze ich auch moderne KI-Werkzeuge. Sie helfen mir, wissenschaftliche Veröffentlichungen, historische Quellen und unterschiedliche Sichtweisen schneller zu finden, auszuwerten und miteinander zu vergleichen. Die Themenauswahl, die Fragestellungen, die Einordnung der Ergebnisse und die Inhalte der Artikel entstehen jedoch aus meiner eigenen Neugier, meinen Erfahrungen und den Erlebnissen unserer Kunden und Katzenbetreuer.
Im Laufe des ersten Jahres ist so eine weiter wachsende Sammlung von Beiträgen entstanden. Den größten Raum nehmen Themen aus den Bereichen Katzenverhalten, Gesundheit, Wissenschaft und Katzenbetreuung ein. Gleichzeitig interessieren mich aber auch die kulturelle und historische Rolle der Katze. Daraus entstanden Artikel über berühmte Katzen der Geschichte, historische Ereignisse und die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Katze über die Jahrhunderte.
Auch wirtschaftliche und gesellschaftliche Themen finden ihren Platz im Blog. Die Erfahrungen aus dem Aufbau der Katzengesellschaft haben dazu geführt, dass ich mich zunehmend mit Fragen der professionellen Tierbetreuung, den Vor- und Nachteilen von Vermittlungsplattformen, Qualitätsstandards in der Betreuung und den Folgen von Schwarzarbeit in diesem Bereich beschäftige. Einige Beiträge setzen sich deshalb bewusst kritisch mit Entwicklungen auseinander, die aus meiner Sicht weder im Interesse der Tiere noch der Kunden sind.
Katzenverstand soll neugierig machen, Wissen vermitteln und auch dazu anregen, bekannte Annahmen zu hinterfragen. Die Themenliste wird dabei eher länger als kürzer. Fast jede neue Betreuung, jede besondere Katze, jede Kundenfrage und jede neue wissenschaftliche Veröffentlichung liefert bereits die Idee für den nächsten Artikel.
Fazit und Ausblick
Als wir die Katzengesellschaft gründeten, hatten wir viele Ideen, aber nur eine ungefähre Vorstellung davon, wie sich das Unternehmen entwickeln würde. Heute, ein Jahr später, blicken wir auf zahlreiche Kunden, viele hundert Betreuungen, ein engagiertes Team und unzählige Begegnungen mit ganz besonderen Katzen zurück.
Wir haben in diesem ersten Jahr viel gelernt. Über Katzen, über ihre Halter, über die Anforderungen professioneller Tierbetreuung und darüber, wie wichtig Vertrauen in unserer Branche ist. Wir haben festgestellt, dass viele Katzenhalter nicht einfach nur jemanden suchen, der Futter gibt und die Katzentoilette reinigt. Sie suchen Verlässlichkeit, Sicherheit und Menschen, die ihre Tiere genauso ernst nehmen wie sie selbst.
Besonders stolz sind wir auf unsere Mitarbeiter. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Katzengesellschaft so positiv entwickeln konnte. Ihre Zuverlässigkeit, ihre Leidenschaft für Katzen und ihre Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, sind die Grundlage unseres Erfolgs.
Auch die Entwicklung von Konzepten wie den Sitter-Duos, der Aufbau unseres Blogs Katzenverstand und die kontinuierliche Verbesserung unserer internen Prozesse zeigen uns, dass die Katzengesellschaft weit mehr geworden ist als die ursprüngliche Idee einer professionellen Katzenbetreuung.
Für die kommenden Jahre planen wir weiteres Wachstum. Wir möchten unsere bestehenden Standorte weiter ausbauen, zusätzliche Mitarbeiter gewinnen und voraussichtlich weitere Städte in unser Betreuungsgebiet aufnehmen. Gleichzeitig bleibt unser Anspruch unverändert: Auch bei wachsender Unternehmensgröße möchten wir die persönliche Betreuung, die Nähe zu unseren Kunden und die hohe Qualität unserer Dienstleistungen bewahren.
Wenn uns das erste Jahr etwas gezeigt hat, dann vor allem eines: Der Bedarf an professioneller Katzenbetreuung ist größer, als wir zu Beginn erwartet hatten. Umso mehr freuen wir uns auf alles, was noch vor uns liegt – auf neue Kunden, neue Mitarbeiter und natürlich auf viele weitere Katzen, die wir kennenlernen dürfen.
Juni 2026
Corina Käsler, Geschäftsführerin Katzengesellschaft mbH