Katzen mit Diabetes ohne Insulin? Neue Wege in der Behandlung

Update Juni 2026

Autor: Corina Käsler, Geschäftsführerin Katzengesellschaft

Die Diagnose Diabetes mellitus bei einer Katze war lange gleichbedeutend mit der täglichen Insulingabe. Doch seit 2023 stehen erstmals Medikamente zur Verfügung, die eine insulinfreie Therapie ermöglichen könnten. Für viele Halter klingt das zunächst wie ein medizinisches Wunder – doch was ist tatsächlich dran an dieser Entwicklung?

Eine grau-weiße Katze liegt ruhig neben einer Spritze und einem Blister mit Tabletten. Darüber liegt ein Text mit dem Titel: „Diabetes bei Katzen – neue Therapie ohne Insulin?“

„Neue Therapien verändern nicht die Verantwortung – sie verschieben nur, wie wir mit ihr umgehen.“ – Katzengesellschaft mbH

Was ist Diabetes bei Katzen?

Diabetes mellitus gehört zu den häufigsten chronischen Stoffwechselerkrankungen bei Katzen – und wird oft erst erkannt, wenn sich das Verhalten bereits sichtbar verändert hat. Viele Halter bemerken zunächst nur, dass ihre Katze ungewöhnlich viel trinkt oder an Gewicht verliert, ohne dass die Ursache sofort klar ist.

Im Kern handelt es sich um eine Störung des Zuckerstoffwechsels: Der im Blut vorhandene Zucker kann nicht mehr ausreichend in die Körperzellen aufgenommen werden. Entweder produziert der Körper zu wenig Insulin, oder die Zellen reagieren nicht mehr angemessen darauf. Die Folge ist ein dauerhaft erhöhter Blutzuckerspiegel – während die Zellen gleichzeitig unterversorgt bleiben. Der Organismus gerät dadurch in eine Art energetischen Mangelzustand, obwohl eigentlich genügend Energie vorhanden wäre.

Bei Katzen handelt es sich in den meisten Fällen um einen Typ-2-Diabetes, bei dem eine Insulinresistenz im Vordergrund steht. Risikofaktoren sind unter anderem Übergewicht, Bewegungsmangel, genetische Veranlagung sowie hormonelle Einflüsse, etwa im Zusammenhang mit einer Akromegalie oder einer längerfristigen Kortisonbehandlung.

Typisch ist eine Kombination aus starkem Durst, häufigem Urinieren und gleichzeitigem Gewichtsverlust – oft begleitet von gesteigertem Appetit und einer zunehmenden Antriebslosigkeit. Diese Symptome entwickeln sich häufig schleichend und werden daher nicht immer sofort als zusammenhängendes Krankheitsbild erkannt. Gerade deshalb ist es wichtig, auch einzelne Veränderungen richtig einzuordnen – insbesondere dann, wenn zusätzliche Auffälligkeiten wie Erbrechen auftreten, die in diesem Zusammenhang näher erläutert werden:

Wird die Erkrankung früh erkannt, bestehen in vielen Fällen gute Chancen, den Verlauf stabil zu kontrollieren. In einigen Fällen kann es sogar zu einer Remission kommen – also zu einer Phase, in der keine Insulintherapie mehr erforderlich ist. Genau an diesem Punkt setzen auch neue Therapieansätze an, die versuchen, den Umgang mit der Erkrankung im Alltag zu verändern.

Wer verstehen möchte, wie sich diese Erkrankung im Alltag bemerkbar macht und welche ersten Anzeichen oft übersehen werden, findet eine vertiefende Einordnung im Beitrag

Bisherige Standardtherapie: Insulin plus Diät

Über viele Jahre war die Behandlung von Diabetes bei Katzen klar definiert: Insulin, in der Regel zweimal täglich verabreicht, kombiniert mit einer gezielten Anpassung der Fütterung. Ziel dieser Therapie ist es, den Blutzuckerspiegel möglichst stabil zu halten und starke Schwankungen zu vermeiden.

Die Insulingabe erfolgt subkutan und erfordert eine präzise Dosierung sowie feste Zeitpunkte. Entscheidend ist dabei nicht nur die richtige Menge, sondern vor allem die konsequente Einhaltung der täglichen Routine. Schon kleinere Abweichungen können sich auf den Stoffwechsel auswirken und müssen daher möglichst vermieden werden.

Ergänzt wird die Therapie durch eine angepasste Ernährung. Ziel ist es, den Blutzuckerspiegel nach der Futteraufnahme möglichst gleichmäßig zu halten und den Stoffwechsel zu entlasten. In der Praxis bedeutet das meist eine kohlenhydratarme, proteinreiche Fütterung, wobei Nassfutter häufig besser geeignet ist als Trockenfutter.

Diese Kombination aus Insulin und Ernährung kann bei vielen Katzen zu einer stabilen Einstellung führen. In einigen Fällen kommt es sogar zu einer Remission – einer Phase, in der keine Insulingabe mehr erforderlich ist. Voraussetzung dafür ist in der Regel eine frühe Diagnose und eine konsequent durchgeführte Therapie.

Die tägliche Behandlung bedeutet jedoch einen erheblichen organisatorischen und praktischen Aufwand. Feste Zeiten, zuverlässige Abläufe und ein sicherer Umgang mit der Injektion sind im Alltag entscheidend. Genau an diesem Punkt setzen neue Therapieansätze an, die versuchen, die Behandlung weniger abhängig von strikten Routinen zu machen.

Neue Therapieansätze: Tabletten statt Spritzen?

In den letzten Jahren wurden neue Wirkstoffe entwickelt, die die Behandlung von Diabetes mellitus bei Katzen verändern könnten. Dazu gehören unter anderem Bexacat® (Bexagliflozin) und Senvelgo® (Velagliflozin) – beides sogenannte SGLT2-Hemmer. Sie wirken in der Niere, indem sie die Rückaufnahme von Glukose ins Blut verhindern. Die überschüssige Glukose wird mit dem Urin ausgeschieden, wodurch der Blutzuckerspiegel sinkt.

Das Besondere an diesen Medikamenten: Sie werden oral verabreicht, also als Lösung oder Tablette. Für viele Katzenhalter bedeutet dies eine erhebliche Erleichterung – insbesondere bei Katzen, die sich nur schwer spritzen lassen oder bei denen der Umgang mit Nadeln zu Stress und Unsicherheit führt.

Was sagen Studien und Fachleute?

Seit der Einführung von Bexagliflozin und Velagliflozin hat sich die Datenlage deutlich erweitert. Während die ersten Zulassungsstudien vor allem die kurzfristige Wirksamkeit untersuchten, liegen inzwischen zusätzliche Erfahrungen aus mehreren Jahren tierärztlicher Anwendung vor.

Die bisherigen Erkenntnisse bestätigen, dass SGLT2-Hemmer bei ausgewählten Katzen eine wirksame Alternative zur klassischen Insulintherapie darstellen können. Viele neu diagnostizierte Katzen erreichen unter der Behandlung eine deutliche Verbesserung der Blutzuckerkontrolle, ohne dass Insulin erforderlich ist.

Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass der Erfolg der Therapie wesentlich von der Auswahl geeigneter Patienten abhängt. Katzen mit diabetischer Ketoazidose, schweren Begleiterkrankungen oder bereits fortgeschrittenen Stoffwechselentgleisungen sind für diese Therapieform häufig nicht geeignet.

Aktuelle Leitlinien betonen deshalb, dass SGLT2-Hemmer nicht als universeller Ersatz für Insulin verstanden werden sollten. Vielmehr handelt es sich um eine zusätzliche Therapieoption für sorgfältig ausgewählte Katzen, deren Behandlung weiterhin eine engmaschige tierärztliche Überwachung erfordert.

Für welche Katzen ist eine Therapie ohne Insulin geeignet – und für welche nicht?

Die neuen SGLT2-Hemmer eröffnen eine zusätzliche Behandlungsoption, sind jedoch keine universelle Alternative zur Insulintherapie. Besonders geeignet erscheinen sie derzeit für Katzen mit neu diagnostiziertem Diabetes mellitus, die noch keine schweren Stoffwechselentgleisungen entwickelt haben. Voraussetzung ist in der Regel ein stabiler Allgemeinzustand ohne Hinweise auf eine diabetische Ketoazidose sowie eine ausreichende Nierenfunktion. In diesen Fällen kann die orale Therapie eine praktikable und für den Alltag deutlich weniger belastende Option darstellen.

Nicht geeignet sind diese Medikamente hingegen für Katzen mit sehr hohen Blutzuckerwerten, bestehenden Begleiterkrankungen oder bereits fortgeschrittenen Stoffwechselentgleisungen. Insbesondere bei einer diabetischen Ketoazidose bleibt Insulin unverzichtbar. Auch Katzen mit eingeschränkter Nierenfunktion oder unklarer klinischer Situation sollten weiterhin klassisch behandelt werden. Entscheidend ist daher nicht die grundsätzliche Attraktivität der neuen Therapieform, sondern die sorgfältige Auswahl geeigneter Patienten.

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Überwachung. Auch wenn keine Injektionen erforderlich sind, bedeutet dies nicht, dass die Behandlung weniger kontrollbedürftig ist. Im Gegenteil: Gerade zu Beginn ist eine engmaschige tierärztliche Begleitung notwendig, um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen und den Therapieerfolg korrekt zu beurteilen. Die vermeintliche Einfachheit der oralen Gabe darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich weiterhin um eine komplexe medizinische Behandlung handelt.

Was hat sich seit der Einführung der Medikamente gezeigt?

Die ersten Studien zu Bexagliflozin und Velagliflozin sorgten für große Aufmerksamkeit, weil erstmals eine Behandlung des felinen Diabetes ohne Insulin möglich erschien. Inzwischen liegen jedoch nicht nur Studiendaten, sondern auch praktische Erfahrungen aus mehreren Jahren Anwendung vor.

Dabei hat sich gezeigt, dass die ursprüngliche Euphorie teilweise einer differenzierteren Betrachtung gewichen ist. Die Medikamente können bei geeigneten Katzen sehr erfolgreich sein. Gleichzeitig wurde deutlich, dass sie nicht automatisch zu einer einfacheren Behandlung führen.

Während bei der klassischen Insulintherapie vor allem Unterzuckerungen und Dosierungsfehler im Mittelpunkt stehen, richtet sich der Fokus bei SGLT2-Hemmern stärker auf die frühzeitige Erkennung möglicher Stoffwechselentgleisungen. Insbesondere die Überwachung von Ketonkörpern hat in den aktuellen Leitlinien erheblich an Bedeutung gewonnen.

Die Entwicklung der vergangenen Jahre zeigt daher weniger einen Ersatz der bisherigen Therapie als vielmehr eine Erweiterung der verfügbaren Behandlungsmöglichkeiten.

Warum bleiben viele Tierärzte trotzdem vorsichtig?

Die Möglichkeit einer insulinfreien Behandlung weckt verständlicherweise große Erwartungen. Dennoch betrachten viele Tierärzte die neuen Medikamente mit einer gewissen Zurückhaltung.

Der Grund liegt nicht in mangelndem Vertrauen in die Wirksamkeit der Präparate. Vielmehr geht es um die Frage, welche Katzen tatsächlich von dieser Therapie profitieren und bei welchen Patienten Risiken überwiegen könnten.

Besondere Aufmerksamkeit gilt der sogenannten euglykämischen diabetischen Ketoazidose. Dabei können gefährliche Stoffwechselveränderungen auftreten, obwohl die gemessenen Blutzuckerwerte auf den ersten Blick nicht dramatisch erscheinen. Gerade deshalb reicht die Kontrolle des Blutzuckers allein nicht aus.

Gerade bei SGLT2-Hemmern können sich Ketonkörper unter Umständen entwickeln, obwohl die Blutzuckerwerte weniger stark erhöht erscheinen als bei klassischen Diabetespatienten. Dies kann die frühzeitige Erkennung einer Stoffwechselentgleisung erschweren und ist einer der Hauptgründe, weshalb aktuelle Leitlinien eine konsequente Ketonüberwachung empfehlen.

Aktuelle Leitlinien empfehlen deshalb eine sorgfältige Diagnostik vor Beginn der Behandlung sowie eine regelmäßige Kontrolle von Ketonkörpern und Allgemeinzustand während der Therapie. Die neuen Medikamente haben die Möglichkeiten erweitert, ersetzen jedoch nicht die Notwendigkeit einer engen tierärztlichen Begleitung.

WIE ERLEBEN HALTER DIE THERAPIE IM ALLTAG?

Viele Halter berichten zunächst von einer spürbaren Entlastung, wenn auf Injektionen verzichtet werden kann. Die tägliche Situation verändert sich – nicht unbedingt medizinisch, aber organisatorisch und emotional. Die Gabe von Tabletten oder Lösungen wird oft als weniger belastend empfunden, insbesondere bei Katzen, die sich gegen Spritzen wehren oder bei denen die Injektion mit Stress verbunden ist.

Gleichzeitig zeigt sich im Alltag schnell, dass die neue Therapieform eigene Anforderungen mit sich bringt. Die zuverlässige Aufnahme des Medikaments wird zu einem zentralen Punkt. Manche Katzen verweigern die Gabe, spucken die Tablette aus oder nehmen eine Lösung nicht vollständig auf. In solchen Fällen kann die vermeintlich einfachere Behandlung unerwartet komplex werden.

Auch die Erwartungshaltung spielt eine Rolle. Die Möglichkeit einer insulinfreien Therapie wird teilweise als „einfachere Lösung“ verstanden – tatsächlich bleibt die Erkrankung jedoch unverändert anspruchsvoll. Blutzuckerkontrollen, Beobachtung des Allgemeinzustands und die enge Abstimmung mit der behandelnden Tierärztin oder dem behandelnden Tierarzt bleiben weiterhin unverzichtbar.

In der praktischen Betreuung zeigt sich daher ein differenziertes Bild: Die Therapie kann den Alltag erleichtern – aber nicht vereinfachen. Sie verschiebt die Anforderungen, ohne sie grundsätzlich zu reduzieren.

Gerade diese Unterschiede im Alltag zeigen, wie wichtig es ist, Veränderungen im Verhalten früh zu erkennen und richtig einzuordnen – ein Thema, das auch im Zusammenhang mit anderen gesundheitlichen Auffälligkeiten eine zentrale Rolle spielt, etwa im Beitrag

Warum ist die Insulingabe durch Katzensitter ein sensibles Thema?

In der täglichen Praxis zeigt sich, dass viele Halter unsicher sind, wenn es um die Organisation der Insulintherapie während Urlaubszeiten geht. Die subkutane Injektion erfordert nicht nur eine ruhige Hand, sondern auch die genaue Einhaltung der Dosierungsmenge und – besonders wichtig – der Zeitpunkte. Bei insulinpflichtigen Katzen spielen regelmäßige Zeitpunkte weiterhin eine wichtige Rolle. Wiederholte oder größere Abweichungen können die Blutzuckereinstellung erschweren und sollten deshalb möglichst vermieden werden.

Für Katzensitter bedeutet dies eine hohe Verantwortung. Manche Kunden sind daher verständlicherweise zurückhaltend, wenn es um die Übergabe dieser Aufgabe geht. Hier könnten die neuen oralen Medikamente künftig eine praktikable Lösung bieten: Tabletten oder Lösungen lassen sich meist leichter in den Alltag der Betreuung integrieren – vorausgesetzt, die Katze nimmt das Mittel zuverlässig ein. Gerade das kann eine Herausforderung sein, denn nicht jede Katze akzeptiert Medikamente problemlos. Auch in diesem Fall sollte die Sitterin oder der Sitter entsprechend eingewiesen und geschult sein.

In der praktischen Betreuung zeigt sich, dass medizinische Abläufe nur dann zuverlässig funktionieren, wenn sie klar strukturiert, zeitlich präzise eingehalten und von erfahrenen Personen durchgeführt werden.

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Chancen für das Katzensitting

Die neuen Medikamente könnten in Zukunft den Alltag für Katzenhalter und Katzensitter gleichermaßen erleichtern. Besonders während Urlaubszeiten oder bei längerer Abwesenheit stellt die einfachere Gabe der Medikamente eine willkommene Entlastung dar. Dennoch gilt: Jede Umstellung auf eine neue Therapieform muss ausschließlich in Absprache mit der behandelnden Tierärztin oder dem Tierarzt erfolgen und bedarf regelmäßiger Kontrolle der Blutzuckerwerte.

Fazit

Die insulinfreie Behandlung von Diabetes bei Katzen ist keine universelle Lösung, aber eine vielversprechende Ergänzung zur klassischen Therapie. Für ausgewählte Katzen kann sie jedoch ein echter Gamechanger sein – vorausgesetzt, sie erfolgt streng unter tierärztlicher Begleitung. Nicht jede Katze ist dafür geeignet – aber für manche Tiere kann sie eine echte Alternative darstellen. Für Halter, die den Alltag mit einer chronisch kranken Katze bewältigen, eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten. Wichtig bleibt jedoch: Die Therapie muss individuell angepasst, engmaschig kontrolliert und tierärztlich begleitet werden.

In der praktischen Betreuung zeigt sich, dass gerade bei chronischen Erkrankungen strukturierte Abläufe und Erfahrung entscheidend sind – ein Ansatz, der sich auch im konkreten Ablauf professioneller Betreuung widerspiegelt:

Quellen:

  • Hall, J. A. et al. (2023). Velagliflozin in the treatment of newly diagnosed diabetic cats. J Vet Intern Med, 37(2), 450–459.

  • FDA (2023): Approval of Bexacat for feline diabetes.

  • European Medicines Agency (2023): Assessment report for Senvelgo.

  • American Animal Hospital Association (AAHA) (2026). AAHA Diabetes Management Guidelines for Cats – Section 6: SGLT2 Inhibitor Treatment and Monitoring.

  • Sparkes, A. H. et al. (2025). iCatCare Consensus Guidelines on the Diagnosis and Management of Diabetes Mellitus in Cats.

  • Marques, P. L. et al. (2025). Clinical Management of Euglycemic Ketoacidosis in a Cat With Congenital Diabetes Mellitus Treated With Insulin and Dapagliflozin. Journal of Veterinary Emergency and Critical Care

Marin-García, P. et al. (2025). Efficacy and Safety of Non-Insulin Antidiabetic Drugs in Cats: A Systematic Review. Animals, 15(17), 2561.

Disclaimer:

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information über neue Therapieansätze bei Diabetes mellitus der Katze. Er ersetzt keine tierärztliche Beratung. Eine medikamentöse Umstellung darf ausschließlich in tierärztlicher Absprache erfolgen. Die Katzengesellschaft übernimmt keine Haftung für die Anwendung der genannten Therapien ohne fachliche Kontrolle.

Weiterführendes

<a href="https://www.katzengesellschaft.com/blog/1074/jahresbericht-mai-2025-mai-2026">Jahresreport Mai 2025 – Mai 2026 Katzengesellschaft mbH</a>

Häufige Fragen zur insulinfreien Behandlung bei Katzen

Kann Insulin einfach durch Tabletten ersetzt werden?

Nein. Eine Umstellung darf ausschließlich nach tierärztlicher Diagnostik und unter klar definierten Voraussetzungen erfolgen. Ein eigenständiger Wechsel kann schwerwiegende Folgen haben, insbesondere wenn eine Katze für die neue Therapieform nicht geeignet ist.

Wie schnell wirken SGLT2-Hemmer bei Katzen?

Studien zeigen, dass sich die Blutzuckerwerte oft innerhalb weniger Tage bis Wochen verbessern. Dennoch ist der individuelle Verlauf unterschiedlich, und eine regelmäßige Kontrolle bleibt entscheidend.

Was passiert, wenn meine Katze die Tablette oder Lösung nicht zuverlässig aufnimmt?

Die Wirksamkeit der Therapie hängt unmittelbar von der zuverlässigen Aufnahme ab. Wenn die Gabe nicht sichergestellt werden kann, ist diese Therapieform im Alltag oft weniger geeignet als eine kontrollierte Insulingabe.

Ist eine Remission auch ohne Insulin möglich?

In Einzelfällen kann es auch unter oraler Therapie zu einer Stabilisierung kommen. Die klassische Remission, wie sie unter Insulintherapie bekannt ist, bleibt jedoch weiterhin eng mit einer frühzeitigen und gut eingestellten Behandlung verbunden.

Wie sicher ist die Anwendung im Alltag?

Die Anwendung gilt als sicher, wenn sie tierärztlich begleitet wird. Risiken entstehen vor allem durch falsche Indikation, unzureichende Kontrolle oder das Übersehen von Nebenwirkungen.

Was bedeutet das konkret für die Betreuung durch Katzensitter?

Die orale Therapie kann die Organisation der Betreuung erleichtern, da zeitkritische Injektionen entfallen. Gleichzeitig bleibt die Verantwortung hoch: Auch Tabletten oder Lösungen müssen zuverlässig und korrekt verabreicht werden, und Veränderungen im Zustand der Katze müssen erkannt und kommuniziert werden.

KANN MAN DIABETES BEI KATZEN KOMPLETT OHNE INSULIN KONTROLLIEREN?

In ausgewählten Fällen ist eine insulinfreie Therapie möglich, insbesondere bei früh diagnostizierten Katzen ohne schwere Stoffwechselentgleisung. Sie ersetzt jedoch nicht grundsätzlich die Insulintherapie, sondern stellt eine zusätzliche Option dar. Ob sie geeignet ist, muss individuell tierärztlich entschieden werden.

SIND DIE NEUEN MEDIKAMENTE EINE DAUERHAFTE LÖSUNG?

Die bisherigen Studien zeigen, dass eine stabile Einstellung möglich ist. Ob die Therapie langfristig erfolgreich bleibt, hängt jedoch von vielen Faktoren ab, darunter Krankheitsverlauf, Begleiterkrankungen und Therapietreue. Eine regelmäßige Kontrolle bleibt dauerhaft erforderlich.

GIBT ES UNTERSCHIEDE ZWISCHEN TABLETTEN UND LÖSUNGEN?

Ja. Neben pharmakologischen Unterschieden spielt vor allem die praktische Anwendung eine Rolle. Manche Katzen akzeptieren eine Lösung leichter, während andere sich einfacher über eine Tablette behandeln lassen. Entscheidend ist, dass die Aufnahme zuverlässig erfolgt.

WAS SIND DIE HÄUFIGSTEN PROBLEME IM ALLTAG MIT DIESER THERAPIE?

Typische Schwierigkeiten liegen weniger in der Wirkweise als in der Umsetzung: unvollständige Aufnahme des Medikaments, Veränderungen im Trinkverhalten, mögliche Nebenwirkungen oder Unsicherheiten bei der Beurteilung des Zustands der Katze. Diese Faktoren erfordern Aufmerksamkeit und Erfahrung.

IST DIE THERAPIE FÜR DEN URLAUB ODER KATZENSITTING EINFACHER?

Sie kann organisatorisch einfacher sein, da zeitkritische Injektionen entfallen. Dennoch bleibt die Verantwortung hoch: Die zuverlässige Gabe und die Beobachtung der Katze sind weiterhin entscheidend. Auch hier ist Erfahrung in der Betreuung wichtig.